Malerweg - Elbsandsteingebirge

Wanderung auf dem Malerweg im Elbsandsteingebirge

Wandertour der Bergwanderfreunde vom 21. Mai - 28.Mai 2011

88,2 km

5 Tage

3604 m

3450 m


Ende Mai 2011 war es wieder mal soweit. Sieben Bergwanderfreunde Heiko, Jörg, Manfred, Marko, Peter, Reinhold und Andreas sind angetreten um erstmals im Osten der Republik zu wandern. Die Anreise erfolgte wieder mal mit der Deutschen Bahn mit ICE von Frankfurt bis Dresden und dann weiter bis Pirna.


 

 

Wegebeschreibung / Tourenverlauf

Das Elbsandsteingebirge schien uns wegen seiner einzigartigen Beschaffenheit als besonders geeignet für sechs Tage wandern mit viel Spaß.
Obwohl es sich „nur“ um eine Mittelgebirgslandschaft handelt, bietet es bizarre Felspassagen, Klettersteige mit Seilversicherungen, steile Treppen, Eisenleitern, Steilpassagen, sowie mehr oder weniger ausgesetzte Stellen an.
Unterwegs bieten sich ausgezeichnete Einkehr-möglichkeiten, sowie außerordentlich schöne Aussichten und Landschaften. 2007 erhielt der Wanderweg zwei Auszeichnungen als „schönster Wanderweg Deutschlands“.
Die täglichen Gehzeiten des Malerweges belaufen sich auf ca. 5-7 Stunden.


1. Tag Anreise

 

Zugfahrt nach Pirna. Mit dabei waren, außer den sieben Bergwanderfreunden, zwei Galonen Gerstensaft aus dem nördlichen Siegerland, sowie zugerfahrene Wurst-köstlichkeiten aus dem „gelobten Land“. Vorzugsweise Fleischwurst, Mettenden und Jägerhack mit/ohne Zwiebeln.  Pünktlich und gut gelaunt treffen wir in Pirna ein. Das von Heiko vorbestellte Schilderauto transportiert uns zur Jugendherberge.
Abends gönnen wir uns noch einen Schlummertrunk. Es geht also noch zum Einlaufen zu Fuß zum Brauhaus Pirna  „Zum Gießer“ (ca. 15 Minuten ab Jugendherberge). Dort gibt es leckeres  Braumeisterschnitzel, hausgemachtes Bier und Soljanka (Soli).


 

 

2. Tag:  Elbfährstation Wehlen nach Hohnstein

 


Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Taxibus bis zur Elbufer-Fährstation in der Stadt Wehlen. Zunächst bringt uns die kleine Fähre auf die andere Uferseite. Von dort  folgen wir dem Wanderzeichen des Malerweges. Zunächst geht es kurz am Elbufer entlang und schon bald  darauf  steil bergauf über Stufen und Waldpfade bis zum ersten Rastplatz schön im Wald gelegenen Hütte  „Steinerner Tisch“. (Stand Februar 2016, leider komplett geschlossen). Hier bedient uns Jana mit Ihren Köstlichkeiten..... und Aussichten!
Nach kurzer Rast geht es weiter zur weltberühmten Bastei, die leider auch per PKW und Bussen erreichbar ist. Demzufolge und auch weil Sonntag ist, wimmelt es hier von Menschenmassen. Die Aussichten ins Elbtal und über die Tafelberge sind aber auch wirklich grandios.
 Els folgt ein langer Abstieg von der Bastei in den Amselgrund und dann stetiger Aufstieg nach Rathewalde.
Wir haben zwar die Jausenstation "Amselfall-Baude" genossen, aber ca. 10 Minuten weiter kommt schon die nächste Einkehrmöglichkeit. Diese machte einen besseren Eindruck und war auch nicht so überlaufen. Über Rathewalde geht es hinunter in das Polenztal (zu empfehlen ist die gleichnamige Gaststätte) und auf der anderen Seite wieder hoch durch Mischwald bis zum Tagesziel „Burg Hohnstein“.
Wir übernachten in dem Turm der Burg (Naturfreundehaus). Das Haus ist im Jugendherbergsstil geführt, sehr sauber, mit 4-8 Bettzimmer und super Frühstück.
Abschließend für diesen schönen Wandertag genießen wir ein Abendessen in Hohnstein im Gasthaus „Zur Aussicht“ mit heimatlicher Bedienung aus Honigsessen im Westerwald.


3. Tag:  Weg von Hohnstein nach Altendorf

Frühmorgendliches langsames Einlaufen auf fast ebenen Wegen an steilen Felsformationen vorbei bis zum Aussichtspunkt „Brand“, einer der Aussichtsbalkone des Malerweges. Herrliche Ausblicke auf Elbe und Elb- sandsteingebirge. Oberhalb der Ochelwände auf dem Ochelweg geht es weiter bis zur Kohlmühle.
Unsere geplante Zwischenetappe  die Raststätte „Zur Kohlmühle“ (Großdorf/Kohlmühle – VEB Linoleum) ist aber montags leider geschlossen! Durch die Teilsperrung des Malerwegs konnte die „ehemalige Buttermilchmühle“ vor Altendorf nicht angelaufen werden, stattdessen mussten wir den Weg steil bergauf
über den „Adamsberg“ nach Altendorf nehmen. Ziemlich erschöpft erreichen wir trotzdem relativ früh unsere nächste Übernachtunf die  Pension und Metzgerei „Heiterer Blick“. Nach dem Einchecken gönnen wir uns noch per Bus einen Ausflug nach Bad Schandau, ein bißchen Sightseeing und später wieder zurück. Im tollen Biergarten unserer Unterkunft geniessen wir prächtiges, Essen, den Schwarzen Steiger (Super-Dunkles Bier!) und den  Haus-Kräuterschnaps von Frau Tietze. Die achtet auf Disziplin. Einfach Umsetzen, das geht gar nicht!!!


4. Tag:  Weg von Altendorf nach Neumannsmühle (Buschmühle) 
Der heutige Tag kann durchaus als Königsetappe bezeichnet werden. Hinter Altendorf erfolgte ein steiler Abstieg in das Kirnitzschtal und direkt anschließend ein Aufstieg über die Gellchensteine auf dem Bauweg Richtung Schrammsteine. Die Schrammsteine sind gekennzeichnet durch jede Menge steile Treppen und Leitern. Also ein stetiges Auf und Ab, wirklich anstrengend!

Entschädigt wird man durch tolle Aussichten und ausgesetzte Felspassagen, enge Durchstiege und nochmals unzählige Leitern und Stufen. Am Abend waren wir alle froh unsere Füße unter einem Biertisch entlasten zu können. Diese doch sehr anspruchsvolle Etappe sollte man nicht unterschätzen. Es ist unbedingt wichtig genügend Getränke mitzuführen. Im Gegensatz zu den übrigen Etappen des Malerweges ist auf dieser Etappe nicht mit einer Einkehr an jeder Ecke zu rechnen.
Die erste bewirtschaftete Rast des Tages erfolgte erst gegen ca. 16.00 Uhr am „Lichtenhainer Wasserfall“. Für eine Gruppe Wessis beginnt an diesem Ort eine Zeitreise in die Vorwendezeit. Übrigens: das ausgeschenkte Schwarzbier war das Beste der Tour.

Das nächste Stück unserer Wanderung am Kirnitzschbach entlang wird als Flössersteig bezeichnet und gehört nicht zum Malerweg. Nach einer guten Stunde entlang am Bach erreichen wir das nächste Ziel zur Übernachtung, die "Buschmühle". Alle Zimmer des Gästehauses sind frisch renoviert und sauber.
Wir genießen den schönen Abend bei Hausmannskost, Quittenschnaps und Flaschenbier.

 


5. Tag:  Weg nach Schöna (über Schmilka)  
Diese Etappe ist geprägt durch viele, zum Teil steile Auf- und Abstiege, aber auch durch einige sehr schöne Raststationen, wie z.B. das Zeughaus oder das Gasthaus auf dem „Großen Winterberg“, dem zweithöchsten Berg der sächsischen Schweiz mit einer tollen Aussicht. Von dort beginnt der Abstieg nach Schmilka über endlose Steinpfade was wirklich keinee Freude für die Knie war. In Schmilka gibt es zwar Übernachtungsmöglichkeiten, aber wir hatten unsere Unterkunft auf der anderen Seite der Elbe gebucht.  Also wurde hier  mit der Fähre über die Elbe gesetzt und anschließend erfolgte ein steiler Treppenaufstieg durch den Wald hinauf und später an Feldern vorbei bis nach Schöna. Leider befand sich unsere Unterkunft das "Naturfreundehaus Zirkelstein-Resort"noch einmal 1,5 km außerhalb des Ortes. Ein lange Wanderung hat uns ganz schön geschlaucht. Das Resort ist wohl in erster Linie für Jugendgruppen gedacht und recht schlicht m Jugendherbergsstil der 60er Jahre ausgestattet. Trotzdem sehr ordentlich und sauber. Die 7-Bett (Etagenbetten) waren etwas gewöhnungsbedürftig. Eine Flurdusche war eine Etage tiefer, aber sauber und gut. Das fehlende Abendessen war dann ärgerlich. Also ab mit dem Taxi nach Bad Schandau. Dort gab es dann neben einem ordentlichen Essen für Marko den grandiosen Klassenerhalt (1:1 gewonnen!) seiner Borussia im TV zu bewundern.


 

6. Tag:  Weg von Schöna nach Kurort Gohrisch
Die vorletzte Tages-Etappe führt anfangs über eine Hochebene durch blühende Rapsfelder mit herrlichen Aussichten auf die umliegenden Landschaften. Der Weg führt hinab nach Reinhardtsdorf, vorbei an Krippen zur Mittagsrast der Liethenmühle. Hier ist die gute  Hausmansskost sehr zu empfehlen..
Der weitere Weg führt vorbei an Feldern und Waldrändern durch den „Stephansgrund“ auf dem „Hans-Förster-Weg“ bis auf den  Papststein. Der Anstieg hinauf zum Gipfel ist geprägt durch unendlich viele und steile Stufen und Leitern mit zum Teil engen, kaminartigen Passagen. Auf dem Papststein befindet sich ein schönes Ausflugslokal mit Biergarten und netter Aussicht.
Der Abstieg bis zum Kurort Gohrisch ist nicht minder anstrengend. Trotzdem entschließen sich einige aus der Gruppe einen kleinen Abstecher über das Speckstein- Massiv zu wagen. Die Belohnung für diese Leistung wartete im Kurort Gohrisch. Zur Begrüßung in unserem Übernachttungsquartier gab es für die Gipfelstürmer nur lauwarmes Flaschenbier und ungerecht verteilte Zimmer durch die Bayernfraktion der Gruppe. Die Pension Waldidylle, eine schöne Pension mit parkartigem Garten, komfortablen Zimmern und reichhaltigem Frühstück.

Aber erst beenden wir den gelungenen Tag bei bestem Essen im Kurort Gohrisch beim Landgasthaus „Erholung“. Frisch zubereitete, große Portionen, die auch noch lecker schmeckten. Wie z.B. Käsesuppe die wirklich ausschließlich aus Käse hergestellt wird. Wie immer gut gezapftes Schwarzbier, alternativ „Feldschlösschen“ (falls die Gläser ausgehen) und Kräuterschnaps aus der Ostschweiz. Die angebliche Hausspezialität, Bärlauchschnaps, hätten wir besser ausgelassen.


 7. Tag:  Weg von Gohrisch nach Königstein

Die letzte Etappe des Malerweges geht zunächst locker und eben durch Feld und Flur. Ein für uns unerwarteter steiler und langer Anstieg auf den Pfaffenstein verlangt uns noch einmal alles ab und es fließt noch ein mal reichlich Schweiß. Bis nach Königstein sind es dann noch weitere zwei Stunden  im Auslauftempo. Da wir schon gegen Mittag in Königsstein ankommen, entschließen wir uns noch zu einer Besichtgung der Festung Königsstein, was unbedingt zu empfehlen ist.  Die größte Berg-Festungsanlage Europas kann zu Fuß erobert, oder mit einem Shuttlebus vom Ort Königstein leicht erreicht werden.  Wir nutzen den ungewöhnlichen Shuttlebus zur Auf- und Abfahrt.

Schließlich fahren wir von Königsstein mit der Regionalbahn nach Pirna zurück. Auch hier lernen wir wieder erstaunlich neues. Auch beim einfachen Lösen von zwei 4er Tickets kann man so einiges oder sogar alles falsch machen.

In Pirna übernachten wir wieder in der Jugendherberge und beschließen den Abend und unsere tolle Tour wie am ersten Tag im Brauhaus Zum Gießer.


8. Tag: Rückreise

Am nächsten Morgen treten wir die Rückreise wieder mit der Bahn von Pirna bis Dresden und von dort zurück nach Frankfurt und weiter bis Siegen oder von Dresden nach Bayern an.

Wieder eine wunderbare und erstaunlich sehr abwechslungsreiche Wanderung bei schönem Wetter und mit sehr viel Spaß war zu Ende.  Wir haben wieder viel neues und interessantes erlebt. Wir haben eine einzigartige, ungewöhnliche Landschaft kennengelernt. Die Region des Elbsandsteingebirges können wir für Mehrtagestouren oder  für Tagesausflüge sehr empfehlen. Auch für Kletterfreunde oder MTB Fahrer ein sehr lohnendes Ziel. Ebenso  eignet sich das Elbufer zum Radfahren wunderbar. Wir haben die Gastfreundschaft, das oft preiswerte und elementar gute Essen genossen. Nur der bekannt ungewöhnliche Dialekt der Sachsen hat uns häufiger Probleme bereitet als auf manch alpiner Berghütte.